Spieletreff in Oberlar

Spiele-Rezensionen 480-489

Folge 480: „Memento“

von

Paolo Mori

Kosmos

www.kosmos.de

für 2-5 Spieler ab 10 Jahren, Spieldauer  ca. 30 Minuten

(von Heike Hanz und Detlef Hanz)

Und noch ein Kartenspiel von kosmos passend zur Urlaubszeit 😉

Das Spiel: Memento ist ein Sammel- und Merkspiel. Man sammelt Karten, die dann am Ende jedes Durchgangs gewertet werden. Einen kleinen Haken gibt es aber, was und wie gewertet wird, wird zu Beginn jedes Durchgangs neu bestimmt.

Der Spielablauf:  Ist einfach. Die 64 Spielkarten werden gemischt und auf einem 4 Stapeln bereit gelegt (ein verdeckter Stapel von 10 Karten, die anderen drei gleich verteilt und offen liegend). Die 8 Ordnungskarten werden in einer Reihe offen auf dem Tisch ausgelegt und die Wertungskarten werden, ebenfalls gemischt, als verdeckter Stapel ebenso bereit gestellt. Zu Beginn jeder Runde werden die Wertungsbedingungen ausgelost indem eine Karte vom Stapel der Wertungskarten ausgelegt wird. Jede Karte hat zwei Merkmale: Farbe und Form. Die Wertung bezieht sich auf alle Karten je eines Merkmals (z.B. alle Grünen zählen 1 Punkt).

Der aktive Spieler hat zwei Möglichkeiten:

a) er nimmt die oberste Karte von einem der Spielkartenstapel
oder
b) passen. Die Karten selbst werden verdeckt vor dem Spieler abgelegt und dürfen nach dem Ablegen nicht mehr angesehen werden. Genau, bei diesem Spiel ist das Gedächtnis gefragt.

Ende eines Durchgangs: Der Durchgang (bzw. die Runde) endet, wenn alle Karten verteilt sind oder alle Spieler reihum gepasst haben. Das heißt, man kann durchaus passen und dann, wenn mindestens ein Mitspieler nicht gepasst hat, wieder in das Karten aufnehmen einsteigen  Die Wertung: Haben alle reihum gepasst wird gewertet und zwar zuerst die Farbwertungen, dann die Formenwertungen. Dabei werden die eigenen Karten jeweils nach Farben bzw Formen sortiert und abhängig von der ausliegenden Wertungskarte ausgewertet. Gemeinerweise gibt es auch Negativwertungen, hat man z.B. weniger als 4 Karten eines Typs hat, zählt jede Karte 1 Minuspunkt

Bewertung: Memento ist ein toller Hirnverzwirner in kleiner Packung! Merken, was man schon hat, Planen welche Karte nützlich ist, und am Schluss der Runde das große Aha-Erlebnis, wenn es doch ganz anders kommt als geplant. Manche der Bedingungen erfordern auch das Nachhalten der Karten, welche die lieben Mitspieler genommen haben, z.B. bei Bedingungen wie: ‚+5 Punkte, wenn kein Mitspieler mehr Karten dieser Sorte hat‘ oder ‚-1 Punkt pro Karte, wenn ein Mitspieler keine Karten dieser Sorte hat‘

Ein empfehlenswertes Kartenspiel für Gedächtniskünstler und Kombinierer.

Folge 481: „Versteck dich kleine Schnecke“

 von

Klaus Kreowski

Kosmos

www.kosmos.de

für 2-6 Spieler ab 3Jahren, Spieldauer  beliebig 😉

(von Heike Hanz und Detlef Hanz)

 Das Spiel: Versteck dich kleine Schnecke ist ein Suchspiel für drinnen und draußen und das ist in Anbetracht des verregneten Frühjahr und Sommer dieses Jahr ein Glück.

Das Spielmaterial umfasst eine wirklich schön gestaltete und für kleine Hände griffige Holzschnecke. Dazu kommen 18 Chips mit einem Schneckenhaus auf der Vorderseite und einer Blume auf der Rückseite. Die Blumen treten in den Farben braun, dunkelgrün, dunkelblau, orange, lila und pink( je einmal)  und weiß, schwarz, gelb, rot, hellgrün und hellblau (je zweimal) auf.

Der Spielablauf: Gespielt wird im Uhrzeigersinn.

1) Schnecke verstecken. Der jüngste Spieler beginnt und dreht zunächst ein Schneckenhaus um. Der Chip zeigt nun eine Blume in einer bestimmten Farbe hinter der sich die Schnecke versteckt. Nun nimmt sicher Spieler die Schnecke und versteckt sie an einem Ort, der die gleiche Farbe hat wie die Blüte der  Blume. Wird eine Blütenfarbe aufgedeckt, die nicht im Raum vorkommt legt er den Chip in die Schachtel zurück und deckt einen neuen auf. Klar dass beim Verstecken der Schnecke die anderen Spieler die Augen schlissen – oder? 😉

2) Schnecke suchen. Auf ein Kommando suchen nun die anderen Spieler die Schnecke. Natürlich darf die Farbe der Blüte auf dem aufgedeckten Chip als Suchhilfe benutzt werden. Ist die Suche zu schwierig darf der Verstecker mit Hinweisen wie „Warm“ oder „Kalt“ helfen.

3) Schnecke gefunden. Wer die Schnecke als erster findet erhält den Chip als Belohnung und darf als nächster einen Chip umdrehen und die Schnecke verstecken.

Das Spielende: ist erreicht wenn alle Chips umgedreht wurden. Gewonnen hat der Spieler der die meisten Chips gesammelt hat.

Bewertung: Da unsere Kinder schon lange aus dem Zielalter des Spieles heraus sind und leider auch in unserem Spieletreff selten Kinder in diesem Alter mitspielen ist es etwas schwierig das Spiel zu bewerten. Als erfahrene Eltern dreier Sprösslinge von denen zwei noch nicht allzu lange  der Zielaltergruppen entwachsen sind erlauben wir uns dennoch eine Bewertung. „Versteck dich kleine Schnecke“ ist eine schöne Umsetzung des „Warm“ – „Kalt“ Spieles das traditionell unsere jährliche Ostereiersuche begleitet. Eine Spielvariante die sowohl draußen als auch drinnen gespielt werden kann und auch die auch kleinsten Mitspieler integriert. Ein Schneckenlied samt Noten runden das Spiel ab, das uns sehr gefallen hat.

Folge 482: „Simsala Hopp – Was hüpft denn da?“

von

Inka und Markus Brand

Kosmos

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für 2-4 Spieler ab 5 Jahren, Spieldauer ca. 20 Minuten

(von Heike Hanz und Detlef Hanz)

Nanu? Was ist das? Ein genetischer Unfall, ein Frase oder ein Hosch? Auf jeden Fall eine eigenartige Symbiose aus Frosch und Hase, die da über den Mauern einer Burg herumhopst. Also mal reinschauen in die Schachtel und erforschen was uns da erwartet.

Das Spiel: Wir befinden uns beim magischen Turnier auf Schloss Zauberstein und es wird gezaubert auf Teufel komm raus. Wir sollen Frösche in die Luft hopsen lassen und sie dann – SimsalaHopp – in Hasen zu verwandeln.

Das Spielziel: Überblick ist gefragt, um im Getümmel die meisten weißen Hasen und Hasen eigener Farbe herbeizuzaubern, und Geschick , denn um die Frösche springen zu lassen müssen wir Spieler mit dem Zauberstab von unten gegen ein Trapez schlagen damit die Plättchen auf denen unseren HasenFrösche abgebildet sind in die Luft springen zu lassen.

Das Spielmaterial: umfasst ein zusammen zu bauendes Zauberschloss, 15 Tierkarten mit Fröschen auf den Vorderseiten und  5 weißen Hasen, je 4 Hasen in den Spielerfarben und 2 Katzen auf den Rückseiten, eine Sanduhr, 8 Pokale und 4 Zaubererkarten sowie die Spielregel.

Die Spielvorbereitung: Vor dem Spiel steht der Aufbau den möglichst ein Erwachsener vornehmen sollte. Zuerst ist aus dem Boden der Spielschachtel und anderem Material das „Schloss Zauberstein“ zusammen zu bauen. Die Burgzinnen der Burg sind unsere Punkteleiste. Jeder Spieler wählt eine Spielerfarbe und steckt seinen Punktemarker, treffende ausgewählt als  Fledermaus,  auf das Feld „0“.  Fünfzehn Tierplättchen (Vorderseite Frosch, Rückseite Hase) werden verdeckt, d.h. mit der Froschseite nach oben, gemischt und auf der Trampolinfläche ausgelegt. Diese  Frösche sollen von uns  in Hasen verwandelt werden.

Der Spielablauf: Der aktive Spieler nimmt sich den Zauberstab und klopft mit diesem von unten gegen das Trampolin, auf dem sich die Frösche bereits versammelt haben. Diese Aktion wird durch eine Sanduhr zeitlich begrenzt. Damit schleudern wir die Plättchen in die Höhe und hoffen darf, dass mit der richtigen (Hasen-) Seite auf das Trampolin zurückkehren. Ob und wie viele Plättchen in die Höhe springen und den gewünschten Salto schlagen hängt dabei von dem Geschick ab mit dem wir unseren Zauberstab benutzen. Unser Ziel ist es, nach Ablauf der Sanduhrzeit her nur weiße Hasen bzw. Hasen der eigenen Farbe auf dem Trampolin zu sehen. Dafür gibt es dann je einen Punkt. Sind auch Hasen der Mitspieler zu sehen dürfen diese sich freuen, denn die bekommen dann auch je einen Punkt. Aus der Burg gefallene Plättchen interessieren nicht. Sollten gegnerische Hasen zu sehen sein, erhalten deren Besitzer jeweils einen Punkt. Katzen bringen Minuspunkte (außer im Standardspiel). Klar, dass man sich immer bemüht ungeliebtes Viehzeug wie Katzen oder Hasen in der falschen Farbe wieder auf die neutrale Froschseite zu drehen. Ist die Sanduhr abgelaufen ist der Zug des aktiven Spielers beendet, nicht jedoch der Spielzug selbst, denn nun haben die Mitspieler noch die Möglichkeit je einen „faulen Zauber“ auszuführen, d.h. sie dürfen je einen Frosch umdrehen, um so ev. einen eigenen Hasen und so einen extra Punkt zu ergattern. Danach kommt es zur Wertung. Jeder bekommt für eigene aufgedeckte Hasen einen Pluspunkt. Katzen wirken sich nur auf den aktiven Spieler und Erwachsene aus 😉 Klar, dass man seine n „faulen Zauber“ nur dann einsetzen sollte, wenn man möglichst sicher weiß wo eigene Hasen versteckt liegen, Jeder Spieler ist einmal der aktive Spieler (und damit der Meisterzauberer). War jeder einmal Meisterzauberer wird gezählt und der Spieler mit den meisten Punkten erhält einen Pokal und die nächste  Spielrunde beginnt.

Das Spielende ist erreicht wenn ein Spieler zwei Pokale sein eigen nennt.

Bewertung: Ich selber kenne es nicht, aber aus unserer Spielerunde kam die Information, dass Simsala Hopp die Kinderversion von Piratenbillard (abacusspiele) sei. Bei Piratissimo ist de Sicht verdeckt, was das Spiel wohl deutlich schwieriger zu spielen macht als bei diesem Spiel, wo zwar auch die Sicht verdeckt ist, andererseits aber nicht so genau gezielt werden müsse wie bei Piratissimo. In Simsala Hopp reicht es die Plättchen in die Luft fliegen zu lassen. Problem ist nur, dass meist mehrere Plättchen einen Salto schlagen und damit auch mit Sicherheit nicht gewünschte Plättchen hüpfen. Resultat? Ein kontinuierlicher Trommelwirbel 😉 bis der Zauberer meint, jetzt sei es genug oder die Sanduhr meldet, dass es genug sei. Simsala Hopp ist kein haptischen Präzisionsspiel, will es aber auch gar nicht sein, wie schon die Zielaltersgruppe erkennen lässt. Dafür sind Thema und optische Gestaltung ein einziges „Spiel mich“ Signal und ein erfolgreiches dazu. Wir finden ein Spiel das schon grafisch Kinder begeistert und die Feimotorik nicht nur fördert sondern auch spielerisch fordert. Ansprechend auch die Idee mit dem „faulen Zauber“ (im Grunde ein Memory-Effekt wie er z.B. auch in Zicke Zacke Hühnerkacke genutzt wird) auch die inaktiven Spieler als aktive Zuschauer mit einzubinden. Gelungen!

 

Folge 483: „Ubongo – Das Würfelspiel“

von

Grezgorz Rejchtman

Kosmos

www.kosmos.de

für 2-4 Spieler ab  8 Jahren, Spieldauer ca. 20 Minuten

(von Heike Hanz und Detlef Hanz)

Nach nun insgesamt neun Ubongo-Varianten (siehe auch unserer Rezension 275) gibt es nun auch eine für Würfelfreunde. Neugierig waren wir, ob die Würfelversion genau so viel Spielfreude bietet wie das Original. Wie bei anderen reinen Würfelspielen aus dem Haus Kosmos ist auch Ubongo passend zum Spielmaterial in einer würfelförmigen Verpackung untergebracht. Eine nette Idee mit einem kleinen Haken, passt man beim Anheben der Packung nicht auf, rutscht einem die Schachtel aus dem Deckel und man darf erst einmal vor Ubongo auf die Knie gehen und Würfel einsammeln 😉

Das Spielmaterial: umfasst einen kleinen Block mit den bekannten Puzzleflächen, acht Wrfel in schwarz und weiß Würfel und die Spielanleitung.

Die Spielidee: ist einfach. Alle Würfel werden geworfen und jeder Spieler versucht sich je einen weißen und einen schwarzen Würfel zu schnappen. Auf deren Seiten findet man die aus dem Grundspiel bekannten geometrischen Formen. Im Anschluß darf jeder auf seinem Ubongopuzzle die ergatterten Ubongoformen eintragen. Für ausgefüllte Puzzleformen gibt es Punkte. Das Spiel endet nachdem alle 6 Puzzleflächen durchgespielt wurden und die in diesen gewonnenen Punkte aufsummiert wurden. Dabei wird gewürfelt bis jeder die gerade aktuelle Puzzlefläche gefüllt hat. Der Erste dem dies gelingt bekommt die maximale Punktzahl abhängig von der Spielerzahl, der zweite einen Punkt weniger und so weiter. Gewonnen hat – klar – der Spieler mit den meisten Punkten.

Bewertung: Tja und das war es auch schon. Ein Ligretto? Nein eher nicht, denn abgesehen von der Phase in der es darum geht sich passende Würfel zu schnappen geht es eigentlich eher gemütlich zu. Beim ausprobieren und befüllen der Puzzleflächen kann man sich Zeit lassen. Und das ist auch das größte Manko. Während die „Grabschphase“  Spaß macht, vor allem wenn die Zahl auszufüllender Felder immer kleiner wird, kann die nachfolgende Ausfüllphase sehr zäh werden, vor allem wenn man Optimierer in der Spielrunde hat. Den Spielspaß den das Urspiel geboten hat und bietet vermisst man hier leider. Als Alternative zum Originalspiel ist Ubongo das Würfelspiel nicht geeignet – als Urlaubsspiel, das auch in kleinen Koffern noch einen Platz findet ist es Ok.

Folge 484: „Star Wars – Bounty Hunter – Das Würfelspiel“

 von

Bernhard Weber

Kosmos

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für 2-5 Spieler ab 8 Jahren, Spieldauer ca. 30 Minuten

(von Detlef Hanz)

Mal wieder ein Spiel zu Star Wars, wobei ich mit Stars Wars viel, mit Bounty Hunter eher wenig verbinde. Body Hunter hätte ich ja noch verstanden, als Bezeichnung für Kopfjäger – aber was ist ein Bounty Hunter? Ich habe mich dann aufklären lassen, das es wohl mal ein PC Game dieses Namens gab, in welchem tatsächlich der Kopfgeldjäger Jango Fett eine „tragende“ Rolle spielte. Und mit leichtem Erröten gab mir dann leo.org zu verstehen, dass Bounty Hunter tatsächlich die korrekte Bezeichnung für einen Kopfgeldjäger ist. Peinlich. Nun gut, da ich ein PC-Game Abstinentler bin komme ich auch nicht in Versuchung hier einen Vergleich vornehmen zu wollen.

Das Spiel: Wir Spieler werden von Darth Vader aufgerufen Aufträge zu erfüllen. Zu diesem Zweck setzen wir Würfel ein, um Kombinationen zu würfeln und darüber Auftragskarten zu gewinnen

Die Spielvorbereitung: Jeder Spieler erhält eine Bounty-Hunter Karte, die keine Funktion außer uns einen Charakter zu verpassen, und einen Verstärkungschip der auf einem von drei Kartenfeldern der Bounty-Hunter Karte platziert wird. Die restlichen Karten, Würfel, Chips und Angebotsmarker etc werden zur Seite gelegt.

Der Spielablauf: Auf den Auftragskarten sind die Kombinationen an Farbsymbolen abgebildet, welche man als Spieler erwürfeln muss. Die Verstärkungschips dienen dazu weitere („neutrale“ graue) Würfel zu erhalten, um damit die Chance passende Kombinationen zu würfeln zu erhöhen. Zu Spielbeginn wird die oberste Auftragskarte aufgedeckt und der Startspieler würfelt mit fünf schwarzen Würfeln. Abhängig vom Wurf, d.h. davon wie viele Symbole auf den Würfeln mit Symbolen der Auftragskarte übereinstimmen, kann es dann einfacher oder schwieriger werden den Auftrag zu erfüllen. Für diese erste Phase genannt Ziel-Scan muss allerdings eine Abweichung zum Auftrag vorliegen d.h. ergibt der erste Wurf eine vollständige Übereinstimmung der gewürfelten Symbole mit den Symbolen der Auftragskarte muss neu gewürfelt werden.
In der zweiten Phase, der Angebotsrunde, müssen die Spieler abschätzen, wie schnell Sie den Auftrag erfüllen können.  Dazu dienen die Angebotsmarker, von denen jeder Spieler einen einsetzt. Die Zahl darauf abgebildete Zahl gibt an, mit wie vielen Würfelwürfen der Spieler das Ziel erreichen will. Wer den den niedrigsten Marker vor sich liegen hat, beginnt.
In der dritten Phase, der Jagdphase, versuchen wir den Auftrag zu erfüllen in dem wir die Symbole der Auftragskarte erwürfeln. Passende Würfel des Ziel-Scan dürfen dafür schon genutzt werden. Mit jedem weiteren Wurf können dann weitere Würfel beiseite gelegt werden Der Auftrag gilt als erfüllt, sobald alle Symbole der Auftragskarte mit den Würfeln übereinstimmen.
Verstärkungswürfel können jederzeit eingekauft werden. Erinnert ein wenig an 10000.
Konnte ein Spieler den Auftrag erfüllen beginnt eine neue Runde mit einer neuen Auftragskarte.  Misslingt einem Spieler der Auftrag, erhlt jeder Mitspieler einen Verstärkungschip  (max. 3 pro Spieler). Die neue Runde beginnt mit dem Spieler mit dem nächstniedrigen Angebot.

Das Spielende: Das Spiel ist zu Ende, sobald die letzte Auftragskarte erfüllt wurde. Der Spieler mit den meisten erfüllten Auftragskarten gewinnt.

Bewertung: Trotz der kleinen Verpackung bleibt viel Luft im Würfel, die Grafik orientiert sich am Film und an der Qualität des Materials kann man nicht meckern. Strategisch bietet das Spiel nicht viele Möglichkeiten, d.h. im Grunde nur eine nämlich die Verstärkungschips so früh wie möglich einzusetzen. Dem Spielmechanismus immanent ist der hohe Glücksfaktor – wie gesagt nicht verwunderlich bei einem Würfelspiel. Somit beschränkt sich das Spiel auf reines Zocken. Man würfelt und hofft auf die richtige Kombination und daran ändert sich im gesamten Spielverlauf auch nichts mehr. Daher ist Star Wars Bounty Hunter für Vielspieler oder anspruchsvolle Spieler ungeeignet, für eine schnele Würfelrunde am Strand aber durchaus.

Folge 485 „Asante – Gute Geschäfte für zwei clevere Händler“

von

Rüdiger Dorn

Kosmos

www.kosmos.de

 für 2 Spieler ab 12 Jahren, Spieldauer ca. 40 Minuten

(von Detlef Hanz)

Afrika, Kontinent zahlreicher Hochkulturen und das nicht nur im Norden. Nein auch im Süden, dem schwarzen Afrika gab es hochstehende Kulturen, die aber der Gier nordafrikanischer und europäischer Sklavenhändler und Kolonialisten zum Opfer fielen.

Das Spiel: “Asante” ist Suaheli  und bedeute frei übersetzt “Danke”. Dieser Gruß wird, wie auch sonst auf der Welt, häufig gebraucht, wenn (im besten Fall) tüchtige Händler ihre Kundschaft verabschieden. Und so ist Asante denn auch ein Kartenspiel das ganz im Zeichen des Handels steht. Asante kann durchaus als Nachfolger von Jambo gesehen werden (bei uns rezensiert als Folge 182, seinerzeit immerhin auf der Nominierungsliste zum Spiel des Jahres). Es folgt auch tatsächlich im Wesentlichen den Regeln seines Vorgängers Jambo, hat aber völlig neue Karten. Wir Spieler sind in Asante in den Rollen je eines afrikanischen Händlers. Unser Ziel ist es durch geschicktes Ein- und Verkaufen Gewinn zu machen und davon so viel wie möglich. Unterstützung erfahren wir dabei von Personen und Gegenständen mit besonderen Fähigkeiten und auch heilige Orte kann man nutzen, um sich Vorteile gegenüber den anderen Händlern zu verschaffen. Dummerweise wimmelt es aber in Afrika auch von Tieren und die sorgen für Unruhe. Am Ende gewinnt, wer in Asante mit seinen Handelsgeschäften am meisten verdienen konnte.

Das Spielzubehör: Wie bei Kosmos zu erwarten ist das Spielzubehör hochwertig, die Waren und Goldchips sind aus stabilem Karton und die Spielkarten wunderschön illustriert. Das Material umfasst:

  • 5 Aktionsmarker
  • 2 Marktstände (rot/grün)
  • 48 Waren (je 8x Schmuck, Fell, Tee, Seide, Früchte und Salz)
  • 25 Goldchips mit Wert 5
  • 21 Goldchips mit Wert 1
  • 15 Karten: Heiliger Ort
  • 14 Karten: Gegenstände
  • 34 Karten: Personen
  • 14 Karten: Tiere
  • 35 Warenkarten

Die Spielvorbereitung ist etwas umfangreicher. Sie besteht aus 7 Aktionen.

  1. Jeder Spieler bekommt einen der beiden Marktstände
  2. Jeder Spieler erhält 20 Goldchips. Der Rest der Goldchips bildet den Vorrat.
  3. Die 15 Ortskarten werden gemischt und als verdeckter Nachziehstapel in die Mitte des Tisches gelegt. Die obersten drei Karten werden aufgedeckt.
  4. Alle restlichen Spielkarten (Tiere, Personen, usw.) werden gemischt. Jeder Spieler erhält 5 Karten. Die  übrigen Karten bilden einen verdeckten Nachziehstapel neben den offenen Ortskarten.
  5. Die Waren werden nach Sorten sortiert und neben das Spielfeld gelegt.
  6. Die 5 Aktionsmarker werden für beide Spieler gut erreichbar in die Mitte gelegt.
  7. Der Startspieler wird ausgelost.

Der Spielablauf: Wir Händler versuchen unsere Waren an unseren Markständen so gewinnbringend wie möglich unter die Kundschaft zu bringen. Um das zu erreichen stehen uns pro Spielrunde 5 Aktionen zur Verfügung, die beliebig auf zwei Phasen aufgeteilt werden können. Diese beiden Phasen sind

  • Phase 1: Karten nachziehen

und

  • Phase 2: Karten ausspielen

Die 5 Aktionsplättchen dienen dem jeweiligen Gegenspieler zur Kontrolle der Summe der Aktionen des aktiven Spielers in dem nach jeder Aktion eines dieser Plättchen umgedreht wird. Am Ende des Spielzuges übrigbleibende Aktionsplättchen werden mit 1 Gold belohnt sofern mehr als 1 Plättchen übrigbleibt.

In Phase 1 darf sich der aktive Spieler die oberste Karte des Nachzugstapels ansehen und entscheiden, ob er sie behalten will oder nicht. Behält er sie wechselt er sofort zu Phase 2. Wirft er die Karte (offen) auf den Ablagestapel ab, darf er erneut vom Nachzugstapel eine Karte ziehen oder zur Phase 2 wechseln. Das Ansehen einer Karte kostet je einen Aktionspunkt, d.h. man kann sich bis zu 5 Karten ansehen aber nur eine behalten. Ein Handkartenlimit gibt es nicht. Man kann auch direkt in Phase 2 springen und hat dann fünf Aktionspunkte zur Verfügung.
In Phase 2 können wir Handkarten ausspielen. Grundsätzlich kostet das Ausspielen von Handkarten immer 1 Aktion pro Karte, sofern nichts Gegenteiliges auf der Karte steht, mit einer Ausnahme –  Heilige Orte dürfen kostenlos ausgespielt werden.

Uns stehen 5 verschiedene Kartentypen zur Verfügung, die in beliebiger Reihenfolge eingesetzt werden können: Warenkarten, Gegenstände, Personen, Tiere und Heilige Orte.

Die Warenkarten: geben Auskunft über den Einkaufs- sowie den Verkaufswert der abgebildeten Ware(n). Auf jeder Warenkarte können ein bis vier Waren abgebildet sein. Einkauf: Grundsätzlich gilt will man eine Ware auf einer Warenkarte kaufen muss man immer alle darauf abgebildeten abnehmen und den auf der Karte angegebenen Preis zahlen. Die Waren werden dann auf die freien Felder des Marktstandes gelegt. Dumm wenn sich nicht ausreichend freie Felder auf dem Marktplatz finden, denn dann kann die Karte nicht ausgespielt und damit auch nichts gekauft werden. Verkauf: Auch zum Verkauf muss man Warenkarten ausspielen. Um die darauf abgebildeten Waren zu verkaufen muss (!) man diese Waren vollständig besitzen. Als Verkaufspreis erhält man den Betrag der auf der Karte angegeben ist.

Die Gegenstände: Ein Gegenstand wird ausgespielt indem dieser unterhalb der drei offen ausliegenden “Heiligen Orte” angelegt wird. Der Gegenspieler erhält dann sofort die Ortskarte unter der der Gegenstand platziert wurde. Anschließend wird an der leeren Stelle eine neue Ortskarte aufgedeckt. Sobald ein Gegenstand vor einem Spieler ausliegt, kann die zum Gegenstand gehörende Aktion einmal pro Spielzug genutzt werden, was (mindestens) einen Aktionspunkt kostet. Mehr als drei Gegenstände darf kein Spieler vor sich ausliegen haben, man kann jedoch immer einen ausliegenden gegen einen neu erworbenen Gegenstand abgeben und man muss ab dem vierten Gegenstand, die davor liegende Ortskarte auf die Hand nehmen.

Die Personen: Es gibt 34 Personenkarten im Spiel. Um die Fähigkeiten einer Person zu nutzen, muss man einfach den Anweisungen auf der Karte folgen. Eingesetzte Personenkarten kommen nach ihrer Nutzung auf den Ablagestapel. Eine eingesetzte Personenkarte kann durch den Einsatz der Karte “Animalist” neutralisiert werden. Der Animalist verursacht keine Kosten.

Die Tiere: 14 Tierkarten gibt es in Asante. Auch hier gilt, will man die Fähigkeiten eines Tieres nutzen folgt man einfach den Anweisungen auf der Karte. Eingesetzte Tierkarten kommen auf den Ablagestapel. Eine eingesetzte Tierkarte kann durch den Einsatz der Karte “Animalist” neutralisiert werden. Der Animalist verursacht keine Kosten.

Die heiligen Orte: Von diesen gibt es 5 verschiedene. Sie dürfen kostenlos ausgespielt werden. Die heiligen Orte ermöglichen es a) eine Karte vom Nachziehstapel ziehen, b) ein Gold zu erhalten, c) eine zusätzliche Aktion auszuführen, d) eine Aktionsmarke zurückzulegen oder e) eine Ware vom eigenen Marktstand gegen eine beliebige Ware aus dem Vorrat zu tauschen.

Das Spielende: ist erreicht, wenn ein Spieler am Ende eines Spielzuges mindestens 60 Gold mit seinem Marktstand verdient hat. Sein Gegenspieler darf dann noch genau einmal beide Phasen (Nachziehen / Ausspielen) durchlaufen. Anschließend zählen beide Spieler ihr Gold. Der Spieler mit dem meisten Gold gewinnt Asante.

Bewertung: Wie in der Einleitung bereits erwähnt greift Asante den Spielmechanismus von Jambo auf, führt dabei aber völlig neue Karten ein. Da besteht natürlich der Verdacht bzw. die Befürchtung dass man ein Jambo Renamed erwirbt. Diese Befürchtung kann man aber getrost vergessen. Trotz des gleichen Spielmechanimus wird Asante durch die neuen Karten zu einem eigenständigen Spiel. Was uns besonders gefiel – man kann beide Spiele kombinieren. Damit wird Asante auch für Jambo-Fans wie uns zusätzlich interessant. Im ersten Spiel muss man sich erst noch mit den verschiedenen Fähigkeiten der Personen, Tiere und Gegenstände vertraut machen, daher kommt einem diese erste Runde meist etwas zäh vor. Das gibt sich aber schnell. Asante ist vielfältiges, interessantes und kurzweiliges Spiel und es ist ein Mängelspiel. Man hat irgendwie nie genug Karten auf der Hand. Was daran liegt, dass man in Phase 1 immer nur eine Karte aufnehmen, in Phase 2 jedoch beliebig viele ausspielen darf. Da hat man schnell eine leere Hand. Hier ist schon etwas taktisches und strategisches Geschick gefragt, um die Karten optimal und zum richtigen Zeitpunkt einzusetzen. Die Schwierigkeit sind also eindeutig nicht Einkauf und Verkauf sondern das Handkartenmanagement.

Asante funktioniert als taktisches ZweiPersonenSpiel wirklich hervorragend und obwohl man mit Taktik viel reißen kann bleibt Dank des Nachziehstapels genug Unwägbarkeit im Spiel, um Spannung aufzubauen und zu halten.

Wir finden Asante ist spannend, gelungen und hat einen hohen Wiederspielreiz. Sehr Empfehlenswert.

Folge 486 „La Boca – Bauspaß von zwei Seiten“

von

Inka und Markus Brand

Kosmos

für 3-6 Spieler ab 8 Jahren, Spieldauer ca. 40 Minuten
(von Detlef Hanz)

Gemeinhin braucht man schon etwas Zeit, um eine Rezension zu schreiben. Man ringt mit Worten, feilt an Formulierungen, stolpert hier über etwas, denkt da noch einmal nach, ob die eigene Beurteilung nicht zu streng ist. Und dann gibt es Spiele wie La Boca, deren Rezension sozusagen aus den Fingern fließt. Ah ja, werden Sie sagen, und was ist La Boca?

Das Spiel: La Boca ist ein Bauspiel. Oh bitte, nicht die Augen verdrehen, was von dem xten Bauspiel murmeln und sich dann einem anderen Spiel zuwenden. Sie verpassen etwas. Denn La Boca ist „etwas“ anders. Man spielt in Teams. Das ist an sich nichts Neues, neu ist, dass man in wechselnden Teams spielt. Ah ich sehe, ich habe etwas Aufmerksamkeit geweckt. Wie das funktioniert? Später. Der besondere Clou ist der, dass man ein Objekt bauen muss, das auf einer Karte abgebildet ist. Langweilig? Nicht wenn jeder der Bauherren nur eine Seite der Baustelle sieht! Und gibt man dann noch eine Prise Zeitdruck dazu hat man auf einmal ein sehr spannendes Bauspiel.

Der Spielablauf: ist denkbar simpel. Die natürlich beidseitig bedruckten Aufgabenkarten (sonst funktioniert das Ganze nicht) werden gemischt und bilden einen verdeckten Nachziehstapel. Jeder Spieler erhält in seinen Farben eine große Spielertafel und je einen Partnerchip in den Farben der anderen Spieler. Man ahnt es schon, über diese werden die Teams zusammengestellt. Im Grunde spielt jeder Spieler mit jedem anderen Spieler einmal im Team. Diese Partnerchips werden verdeckt gemischt und vor jedem Spieler aufgestapelt. Die Spielschachtel spielt auch mit. Sie enthält Aussparungen für die Siegpunktchips in 4 verschiedenen Werten, ein aufgedrucktes 4*4 Raster auf dem wir mit unserem „Bauklötzen“ bauen werden und einen Schlitz in den die Baukarte gesteckt wird, die die Bauvorgabe für das aktuelle Team in Form der Aufgabenkarten darstellt. Eine Mulde nimmt den Timer auf. Fast hätte ich es vergessen. Die Aufgabenkarten werden nach Hintergrundfarbe getrennt gemischt und zu Stapeln aufgebaut. Tja und dann werden die 11 Bauteile aufgebaut und es geht los. Der Startspieler deckt das oberste Partnerplättchen auf. Der Spieler dessen Spielfarbe identisch ist mit der aufgedeckten Farbe des Plättchens bildet nun ein Team mit dem Startspieler. Der im Uhrzeigersinn nächste Startspieler übernimmt die Aufgabe eine Aufgabenkarte zu ziehen, diese verdeckt in den Schlitz zu stecken und auf den Startknopf des Timers zu drücken. Ab jetzt wird auf Zeit gebaut. Maximal 2 Minuten stehen dem Team zur Verfügung. Glaubt das Team fertig zu sein, drückt einer der beiden die Stopptaste. Abhängig von der Bauzeit ernten die Spieler im Team nun Punkte. Klar, dass dabei auch Bauregeln zu beachten sind. Auf jeder Seite der Baustelle muss das Bauergebnis identisch mit der zugehörigen Abbildung auf der Aufgabenkarte sein und die Abbildungen auf beiden Seiten sind ganz und gar nicht in irgendeiner Form identisch oder symmetrisch.. Es dürfen keine Lücken und Löcher im Bau entstehen. Die Teammitglieder dürfen sich absprechen („Nein das gelbe Teil kann ich da überhaupt nicht gebrauchen“). Es darf nur das 4*4 Raster benutzt werden. Die Bauteile dürfen aufeinander, nebeneinander, hintereinander und auch nach hinten versetzt aufgebaut werden. Alle Bauteile MÜSSEN verbaut werden und – die Baustelle darf jederzeit abgeräumt und neu begonnen werden. Einfach? Ganz und gar nicht!. Räumliches Denk- und Sehvermögen wird hier spielerisch gebraucht und trainiert. Wo der eine auf seiner Seite in der zweiten Ebene nur ein gelbes Quadrat sieht, sieht der andere vielleicht 3 oder gar keines. Und oft kann man sein Bauziel nur dadurch erreichen, dass man versetzt baut. Ach ja, der Zwang keine Löcher zuzulassen, gibt andererseits die Möglichkeit alle Bauteile zu verbauen auch wenn man nicht alle Baufarben sehen darf!

Das Spielende: ist erreicht, wenn jeder einmal gegen – Nein! nicht gegen sondern mit einem andern gespielt hat! Eine, unserer Ansicht nach, wunderbare Idee aus einem Gegeneinander im Spiel ein Miteinander zu machen. Extrapunkt von uns! Gewonnen hat der mit den meisten Punkten

Bewertung: Von uns ein uneingeschränktes Lob für La Boca. La Boca ist ein schnelles Spiel. Selten braucht man die zwei Minuten, sehr oft ist man Innerhalb einer Minute fertig (oder auch nicht, wenn man etwas übersehen hat und dann sind die Punkte – Perdu). Die Altersangabe kann man getrost außer Acht lassen. La Boca macht sowohl Kindern als auch Erwachsenen Spaß. Spielen Kinder mit sollte man allerdings die einfachere Variante spielen und ev. sogar vorab die Aufgabenkarten etwas filtern. und da ist auch der einzige Punkt an dem wir Kritik übern müssen. So schön übersichtlich und verständlich die Regel ist, sie enthält einen Fehler im Aufbau. Der Hinweis, dass man je nach Variante nicht alle Spielsteine benötigt, sogar der Hinweis auf die beiden Spielvarianten taucht nicht etwa in dem Kapitel Spielvorbereitung auf, wo man sie erwartet sondern erst später im Kapitel Spielverlauf und dort auch eher versteckt, so dass alle Spieler in unseren Runden diesen Hinweis zunächst überlesen haben. Die Folge: wir spielten in den ersten Testrunden die einfache Variante mit allen 11 Spielsteinen, der rote hätte jedoch aussortiert werden müssen. So saßen wir wegen Zeitüberschreitung dann ohne Punkte da, weil der rote Stein einfach nicht verbaut werden konnte. So etwas sollte eigentlich einer Spielredaktion nicht passieren. Das ändert aber nichts daran, dass La Boca ein Familienspiel mit Anspruch ist, dass tatsächlich im Spiel aller Familienmitglieder funktioniert und Spaß macht. Und wer der Meinung ist, dass Kinder bzgl. assoziativen und räumlichen Denkens den „reiferen“ Erwachsenen unterlegen sind dürfte bei La Boca aus dem Staunen nicht mehr herauskommen.

Von uns daher ein uneingeschränktes Empfehlenswert.

Folge 487 „Die Welt – Singapur, wo liegt das nur?“

von

Günter Burkhardt

 Kosmos

für 2 – 6 Spieler ab 10 Jahren, Spieldauer ca. 45 Minuten

(von Detlef Hanz)

Kennen Sie Minden? Nein? Aber vielleicht das Quizspiel „Deutschland – Finden Sie Minden?“ Nun „Die Welt – Singapur, wo liegt das nur?“ ist sozusagen die globalisierte Ausgabe des Geographiequiz und die insgesamt dritte. Regeln und Umfang der Karten sind identisch, weiterhin wählen wir Spieler in umgekehrter (Fortschritts-)Reihenfolge eine Ortskarte und tippen auf einen Zielquadranten der Karte. Dazu benutzen wir vier Tippsteine. Der erste definiert den Kontinent, der zweite den Längengrad und der dritte den Breitengrad. Mit dem letzten können wir die Position noch weiter präzisieren. Liegt man richtig, erhält man so viele Punkte wie man Steine eingesetzt hat. Entspricht die Zahl der eingesetzten Steine dem Schwierigkeitsgrad der Karte darf man auch diese behalten. Diese spielen in der Endwertung noch eine Rolle, da sie bei der Mehrheitenwertung noch Zusatzpunkte bringen können. Ziel ist es so viele Punkte wie möglich zu sammeln.

Bewertung: Schon „Deutschland – Finden Sie Minden“ hat uns viel Spaß gemacht und kam in unserem Spielertreff auch gut an. Kaum verwunderlich daher, dass Kosmos die Spielidee auf Europa (diese Ausgabe haben wir leider noch nicht gespielt) und auf den gesamten Globus ausgedehnt hat. Und auch diese Ausgabe gefällt uns sehr gut. Puristen hat es etwas gestört, dass Südostasien Australien zugeschlagen wurde. Aber ich meine Plattentektonisch stimmt das sogar…. Muß ich mal nachlesen ;-). „Die Welt Singapur, wo liegt das nur?“ ist ein wirklich gelungenes Wissensspiel, das selbst einem Trivial Pursuit Geschädigtem wie mir ausgesprochen gut gefällt. Pisageschockten wird sicher auch gefallen, dass mit diesem Spiel nicht nur Geographiekenntnisse gefordert sondern auch gefördert werden – denn wo lernt man leichter als im Spiel? Eben! Empfehlenswert.

Folge 488 „Die Tribute von Panem“

von

Andrew Parks, Christopher Guild, Bryan Kinsella

 Kosmos 

für 2 – 4 Spieler ab 10 Jahren, Spieldauer ca. 30 Minuten

(von Detlef Hanz)

The Hunger Games bzw Die Tribute von Panem. Schon bevor der Film in die Kinos kam, war es DAS Thema meiner Tochter bei den Sonntagmorgenfrühstücksorgien. Klar, dass sie auch den Film sehen musste und ebenso klar, dass Papa mit musste. Der Film war beeindruckend und … bedrückend, auch deshalb weil ein solches politisch/gesellschaftliches Szenario durchaus wahrscheinlich erscheint.

Das Spiel: Das Brettspiel orientiert sich am ersten Film bzw. Buch der Serie. Die Spielfiguren zeigen Jennifer Lawrence als Katniss Everdeen und auch die Orte und weitere auf dem Spielbrett sind allen, die den Film gesehen haben, bekannt. Dies trägt natürlich dazu bei, dass man sich schnell mitten in der Welt der Hunger Games wähnt – einer Welt, wie sie zynischer und unmenschlicher kaum noch vorstellbar ist.

Das Spielziel: passt zur Story: Überleben.

Der Spielablauf: In den insgesamt zwölf Spielrunden sammeln wir Überlebensnotwendiges in Form von Überlebenskarten (Holz, Kleidung, Nahrung, Medizin). Jede Karte hat einen Punktwert. Leider müssen wir im Lauf des Spieles immer mal wieder, die so mühsam gesammelten Überlebenskarten als Tribut abgeben, wenn wir nicht wieder im Lostopf der Hungergames landen wollen. Klar, dass der Tribut kontinuierlich ansteigt. Nach der letzten Spielrunde ist nochmals ein Tribut fällig und es gibt zum letzten Mal Überlebenskarten. Ist der Tribut bezahlt wird zufällig ein Spieler aus der Urne gezogen. Dieser wird als Tribut geopfert und hat verloren. Von den übrigen Spielern gewinnt derjenige, der die meisten Punkte mit seinen Überlebenskarten sammeln konnte.

Zunächst wird ein Startspieler ausgelost. Jeder Spieler erhält zu Beginn eine Vorteilskarte, die während der Spielrunden Boni einbringt. (z.B. die Karte „Prime“ erlaubt im Everdeen-Haus statt einer nun zwei Karten zu ziehen). Die Runden selbst sind fest. Die Startspieler wechseln erst in den Runden 4, 7 und 10, wenn der Startchip zum nächsten Spieler wandert. Nacheinander werden in jeder Spielrunde unsere Spielfiguren an einen neuen Ort bewegt und die dort angegebene  Aktion ausgeführt (neue Karten ziehen, Handkarten tauschen etc). In bestimmten Runden kann man auch Karten mit den Mitspielern tauschen, u.A. auch  die Vorteilskarte. Das kann vorteilhaft sein, da es Karten gibt, die am Ende des Spiels zusätzliche Punkte bringen.

Bewertung: Die Tribute von Panem ist also ein Sammelspiel. Wir sammeln Überlebenskarten, versuchen die gegebenenfalls zu tauschen und dabei möglichst viele Punkte zu gewinnen. Leider müssen wir auch immer wieder Karten abgeben. Die Abgaben und deren Höhe kennt man und trotzdem – es tut weh, wenn nach mühevollem sammeln die Überlebenskarten auf ein überschaubares Häufchen zusammenschrumpfen.  Der ultimative Frust frisst einen jedoch, wenn man die meisten Punkte gesammelt hat aber am Ende aus der Urne gezogen wird. Das heißt – Game Over, unser Kandidat aus Bezirk … hat leider sein Leben ausgehaucht. Dieses Glücks- oder vielmehr Unglücksmoment ist schon heftig. Man kann dieses Risiko nur mindern, indem man danach trachtet, nicht zu oft im Lostopf zu landen und (idealerweise) immer die Tribute zahlt. Die „Tribute von Panem“ zielt mit dem aufwendigen, am Kinofilm orientierten, Design eindeutig auf Zielgruppe Fan. Und es ist auch gelungen, man fühlt sich direkt in District 12 versetzt. Leider spiegeln sich die Spannung und die düstere Atmosphäre des Films nicht im Spiel. Man sammelt vor sich hin und ist sich des nahenden nächsten Frustmoments jederzeit sicher, der unserer mühsam gesammelten Kartenkollektionen vernichtet. Kein Spiel für niedrige Frustrationslevel 😉

 

Folge 489 „Star Wars the Clone Wars – Kampf um Malastare“

von

Helmut Ast

  Kosmos

für 2 – 4 Spieler ab 6 Jahren, Spieldauer ca. 20 Minuten

(von Detlef Hanz)

Und noch einmal Star Wars. Nachdem wir bereits in Folge 467: Star Wars – Angriff der Klonkrieger  ein Kosmos Spiel zum Thema Star Wars rezensieren durften nun also Star Wars the Clone Wars – Kampf um Malastare.

Seit meine Jungs das erste Mal einen Star Wars Film sehen durften waren Obi-Wahn Ben Kenobi und Yoda ihre erklärten Lieblinge und Papa musste sich an seltsame Satzbauten gewöhnen „Du reparieren musst Fahrrad mein,Vater. — So`? Ist es schlimm? – Die Macht mit dir sein möge“ . Dieser Wunsch war berechtigt. Ich habe einen ganzen Tag gebraucht, um die Schaltung zu reparieren…. Natürlich  wurde dann auch mal geprüft, ob man (bzw. Junge) nicht doch über ein wenig der „Macht“ verfügt, um den Eltern subtil die Erfüllung eines Wunsches abzuringen. „Du jetzt wollen uns Herr der Ringe lassen sehen! — Ok. — ??? –In vier Jahren , wenn ihr 12 seid, vielleicht. – MIST“. Inzwischen haben Sie eingesehen, dass sie im falschen Teil des Universums leben und daher nie über ein Fünkchen der „Macht“ verfügen werden. Das hindert sie aber nicht lautstark durch Haus und Garten zu toben und die diversen Kämpfe nachzuspielen oder etwas leiser am Spielbrett 😉

Mit  Star Wars the Clone Wars – Kamf um Malastare haben die jungen Star Wars Fans nun zumindest die Möglichkeit per „Macht“ ( eigentlich Katapulte) Droiden durch die Luft zu schleudern und die Bewohner des Planeten so vor den Rebellen zu beschützen.

Das Spiel: Im  Kampf um Malastare benutzen 2 bis 4 Jedi „Macht“katapulte um je 13 Droiden (4 verschieden a 3 Stück plus ein Bonusdroide) mit hohem Bogen in die Arena zu befördern. Zu Rundenbeginn muss sich jeder Jedi einen Droidentyp (Pappchips mit verschiedenen Vorder- und Rückseiten) entscheiden und packt diesen auf seinen Katapult. Dann folgen drei Schussversuche auf die Arena. Landet der Droide genau in der Mitte der Arena hat der Jedi einen Volltreffer gelandet und alle Droiden in der Arena wurden vernichtet. Alternativ kann auch ein bestimmter Droidentyp vernichtet werden, sobald dieser 3-mal in der Arena liegt. Zerstörte Droiden landen auf dem Jedi (Spieler) eigenen im Schrotplatz des jeweiligen Spielers und zählen als Siegpunkte. Haben wir alle unsere Droiden verschossen ist das Spiel zu Ende und es werden Siegpunkte gezählt. Gewonnen hat der Spieler mit den meisten Punkten.

Bewertung: Nun ja, etwas schwierig. Die Zielgruppe ist mit 6 Jahren schon korrekt angegeben. Taktik und Strategie sind bei diesem Spiel eher nicht zu finden, auch keine Mechanismen, die man nicht bereits aus anderen Spielen kennen würde. Die möglichen Aktionen beschränken sich auf die Auswahl der Droiden, die man verschießen will. Dazu kommt ein zusätzliches relativ hohes Glücksmoment, da man nie weiß auf welcher Seite der Chip landen wird. Besondere Ansprüche an das motorische Geschick werden auch nicht gestellt. Und auch das Thema scheint leicht austauschbar zu sein. Gut das sind nun alles Argumente aus der Sicht eines Vielspieler. Wenn man bedenk, dass das Spiel für Kinder ab 6 Jahren gedacht ist relativieren sich die Kritikpunkte. Das Regelwerk ist einfach und daher auch für die anvisierte Altersklasse sofort verständlich. Und nicht zuletzt spricht das Thema Kinder dieser Altersklasse natürlich besonders an. Kurz  Kampf um Malastare ist ein Geschicklichkeitsspiel, das Kindern ab 6 Jahren durchaus begeistern kann.

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